Eisenbahnmuseum Dieringhausen – ein Bahnbetriebsgelände im kleinen Stil

Dieringhausen (bs). Das Eisenbahnmuseum Dieringhausen befindet sich auf dem Gelände des 1982 von der Deutschen Bundesbahn stillgelegten Bahnbetriebswerk (Bw) in Dieringhausen. Dessen Förderverein, die IG Bw Dieringhausen – Interessengemeinschaft und Förderverein des Eisenbahnmuseums Gummersbach-Dieringhausen – hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Anlagen und Fahrzeuge zu erhalten. „Deshalb ist es auch kein Museum im herkömmlichen Sinn.

Es ist nach wie vor ein Bahnbetriebsgelände im kleinen Stil, wo weiterhin gewerkelt wird“, erklärte Volker Eisenhauser vom Vorstand der IG Bw Dieringhausen. Das bis 1905 erbaute Bahnbetriebswerk Dieringhausen war das einzige im Oberbergischen zentral gelegene Bahnbetriebswerk und unterhielt die Strecken ab Dieringhausen nach Olpe, Hagen, Wuppertal, Remscheid, Waldbröl und Morsbach sowie nach Köln.

Nach der Stilllegung 1982 wurde das Areal angemietet und unter Denkmalschutz gestellt und eine Museumsgesellschaft sowie der Verein „Eisenbahnfreunde Flügelrad Oberberg“ (EFO) gegründet. Nachdem Hermann Haeck die Anlage gekauft hatte, wurde das Eisenbahnmuseum ausgebaut. Der Sammlungsbestand wurde stetig durch weitere historische Eisenbahnfahrzeuge erhöht. Nachdem 2008 der Eigentümer Hermann Haeck starb wurde das Eisenbahnmuseum in die nach ihm benannte Stiftung eingegliedert.

2009 gründete sich die „IG Bw Dieringhausen“, die aus dem Verein EFO hervorgegangen war und ist seit dem Pächter des Museums. Herzstück des Eisenbahnmuseums ist der historische Lokschuppen mit elf Ständen aus dem Beginn des 20. Jahrunderts mit der dazugehörigen Drehscheibe. Auf dem circa 11.000 Quadratmeter großen Museumsareal finden sich bis heute noch alle Anlagen, die zu einem echten Dampf-Bahnbetriebswerk gehören. So sind im Eisenbahnmuseum neben der Drehscheibe und dem Lokschuppen auch die Sturzbekohlungsanlage, Wasserkräne, das alte Badehaus, Kohlebunker und auch Werkstätten zu sehen.

Das Highlight der Fahrzeugsammlung ist die 100-jährige Dampflokomotive „Waldbröl“, die die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Museums von 1988 bis 2008 betriebsbereit aufgearbeitet haben. Sie ist eine Dampflok der ehemaligen Kleinbahn Bielstein – Waldbröl und das Herzstück des „Bergischen Löwen“. Dieser fährt von April bis Oktober alle drei Wochen die landschaftlich sehr ansprechende Strecke vom Eisenbahnmuseum bis Wiehl. Neben der „Waldbröl“ verfügt der „Bergischer Löwe“ über drei Personenwagen sowie seit einigen Jahren über einen Packwagen, der von den Ehrenamtlern und dem fest eingestellten Schreiner Sascha Langenfeld in rund 1.000 investierten Stunden restauriert wurde. Kinderwagen und Rollstühle finden darin ihren Platz. Drei weitere Personenwagen mit zweimal 70 Sitzplätzen und einmal 50 Sitzplätzen sollen demnächst ebenfalls einsatzbereit sein. Zudem ist eine Instandsetzung des maroden Schienenkranzes dringend erforderlich. Dafür gibt es für die Interessengemeinschaft Bahnbetriebswerk Dieringhausen ein Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung. Bis zur vollständigen Sanierung wurde mit Unterstützung der Bezirksregierung Köln bereits ein fester Betonring zum Ausgleich des Bodenniveaus eingebaut, sodass Fahrten weiterhin möglich sind. Im zweiten Bauabschnitt folgt dann die Instandsetzung von sechs der insgesamt elf Gleisen.

Eine Mitfahrt mit dem „Bergischen Löwen“ ist von April bis Oktober und nur nach vorheriger Reservierung unter 0 22 61/7 75 97 möglich. Und wer schon immer einmal wissen wollte, wie ein Bahnbetriebswerk funktioniert hat, kann sich im Eisenbahnmuseum von April bis Oktober samstags von 10 bis 17 Uhr, sonntags und an Feiertagen nur an Fahrtagen umschauen. In der Winterpause von November bis März sind Öffnungszeiten am Samstag nach vorheriger Anfrage ebenfalls möglich. Auch Kindergeburtstage können im Eisenbahnmuseum gefeiert werden. Weitere Infos gibt es unter www.eisenbahnmuseum-dieringhausen.de oder 0 22 61/7 75 97.