Die Dräcksäck spielen Kölsche Rockmusik mit Hätz

Die Brüder Stefan und Christof Dumke aus Erftstadt gemischt mit Hans Bauer, Matthias Napieraj und Dominik Schneider von der Schäl Sick – das sind die Dräcksäck. Die Band machte in der vergangenen Session durch tolle Auftritte beim Klub Kölner Kar ne va listen und bei „Viva Colonia“ am Südstadion auf sich aufmerksam. Nun arbeiten die fünf Jungs an ihrer ersten Platte – von Dennis Müller

Im Studio von Gunnar Rauch und Sebastian Hofmann herrscht beste Laune. Die beiden professionellen Tontechniker aus Poll schrauben gemeinsam mit den fünf Dräcksäck an neuen Songs. „Im September, also kurz vor der Session möchten wir eine CD präsentieren. Die Songs stehen, die Pilotspuren sind aufgenommen. Nun geht es an die Aufnahme der einzelnen Instrumente und an den Feinschliff“, erklärt Dräcksäck-Frontmann Stefan Dumke. Der Stil der Dräcksäck: Kölsche Tanzmusik und rockigen Gitarren-Riffs. Das rührt auch von der musikalischen Vergangenheit von Sänger Stefan und Gitarrist Matthias Napieraj her. Beide spielten einst in einer Deutschrock- Band und versuchten sich aus einer Laune heraus an kölschen Texten. „Wir haben gemerkt, dass das richtig gut klang. Dann haben wir unsere Lieder in einer Kneipe gespielt. Die Leute haben getanzt, obwohl sie uns noch nie gehört hatten. Das gibt einen unfassbaren Kick und Energie“, sagt Matthias Napieraj. Der Grundstein für die Dräcksäck war gelegt. Das Repertoire umfasst mittlerweile nicht nur schnelle Rocknummern, auch klassische Disco- Fox-Beats sowie langsamere Stücke gibt die Band zum Besten.

Eine schlaflose Nacht

Im November gehen die Dräcksäck bereits in ihre dritte Session – und das merkt man an der Souveränität der Auftritte. Kleinere Fehler werden professionell kaschiert, die Bühnenpräsenz immer besser. Ein Durchbruch war ein Auftritt beim Klub Kölner Karnevalisten. „Als wir hörten, dass wir dort auftreten sollen, konnten wir es kaum glauben und dachten, es wäre ein Scherz“, erinnert sich Stefan Dumke, „doch es war ernst gemeint. Wir hatten eine schlaflose Nacht. Aber unser Auftritt am nächsten Abend kam offenbar gut an.“ Mit ihren starken Texten über die Liebe, unvergessliche Abende oder das Tanzen im Gürzenich überzeugten die fünf Jungs das Fachpublikum und machten so von sich reden. Seitdem werden sie immer öfter gebucht, lieferten etwa im Kölschfest-Zelt am Südstadion bei „Viva Colonia“ vor tausenden Jecken eine tolle Show ab.

Die Mischung machts

Bleibt die Frage nach dem Namen der Band. „Natürlich kamen wir auf den Namen, weil wir gerne mal einen Drecksack getrunken haben“, lacht Stefan Dumke. Matthias Napieraj ergänzt: „auch unsere zum Teil frechen Texte prägen unseren Namen. Da gibt es ja den kölschen Spruch ‚do Drecksack’, den man einem Freund schon mal mit einem Augenzwinkern zuruft.“ Der dritte Grund ist die Herkunft der Bandmitglieder: Während die Dumke-Brüder aus Erftstadt kommen, haben Hans Bauer, Matthias Napieraj und Dominik Schneider ihre Wurzeln auf der Schäl Sick. Heraus kommt eine tolle Mischung, der die Zukunft gehören könnte. Doch bis ganz oben ist es auf dem hart umkämpften Markt ein weiter Weg. „Bisher ist es ganz klar ein anstrengendes, aber unfassbar geiles Hobby, das uns großen Spaß macht“, sagt Christof Dumke. „Wir haben keinen Druck. Wir machen das, weil wir Bock drauf haben und nehmen, was wir kriegen können“, ergänzt sein Bruder Stefan, „was uns noch fehlt ist ein echter Hit, ein Song, der durchschlägt. Dafür gibt es kein Rezept. Wir arbeiten hart daran, denn wir wissen, so ein Song als Zugpferd öffnet einem viele Türen.“ Es wird spannend zu sehen, wo die Reise der sympathischen Kölschrocker mit Hätz in den nächsten Jahren hin geht.